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KREUZ  aktuell

 

 Ein Kreuzweg der Hoffnung

 mit 7 Stationen in der Corona-Zeit

 

Das Kreuz, an dem Jesus von Nazareth starb, steht als Leidens- und Erlösungszeichen im Zentrum unseres christlichen Glaubens. Zugleich bleibt es das "skandalon", der Skandal der Unmenschlichkeit, der überwunden werden soll.

Der Borkumer Kreuzweg auf dem Kirchplatz von Maria Meeresstern lädt ein zur Auseinandersetzung mit diesem Skandal. Jede und jeder ist eingeladen, sich auf das Geheimnis einzulassen, das in diesem Kreuz Jesu Christi lebt. Für die Glaubenden ist es das Geheimnis der Hingabe aus Liebe zu den Menschen und im Vertrauen auf Gott. Der Borkumer Kreuzweg möchte helfen, dieses Geheimnis erfahrbar zu machen. Denn es ist nicht veraltet, sondern höchst aktuell. Es ist nicht egal, sondern existenziell. Es ist nicht tot, sondern lebt.

 

Den Kreuzweg meditieren

2020 wurde vom Montag der Karwoche bis zum frühen Ostersonntagmorgen jeweils ein weiteres Kreuz auf dem Kirchplatz aufgerichtet. Ohne Publikum. Ohne Feierlichkeit. Ohne Ansteckungsgefahr.

 

2021 nun wächst der Kreuzweg in jeder Woche der Fastenzeit bis hin zur Osternacht.

Die Kreuze laden zum Betrachten ein. Kurze Texte können dabei helfen. Es wird eingeladen, die Kreuzwegstationen selbst mitzugestalten.

 

Diesen Kreuzweg gibt es auch als 32seitiges Gebetsheft mit vielen Fotos und den unten stehenden Texten für drei Euro zu kaufen - in Maria Meeresstern auf Borkum oder über Andreas Langkau (siehe Kontaktinformationen ganz unten auf dieser Seite).

 

Freitag, 26. Februar 2021

1. Station: "Dornenkrone"

 

 

„Die Soldaten führten Jesus in den Hof hinein, der Prätorium heißt, und riefen die ganze Kohorte zusammen.

Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz.

Den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Sei gegrüßt, König der Juden!

Sie schlugen Jesus mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, beugten die Knie und huldigten ihm höhnisch.“

  Markus-Evangelium 15, 16-19


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Þ Das Kreuz erhebt sich bedrohlich. Das Folterwerkzeug und Todeszeichen ist Sinnbild für Leid und Tod bis heute.

Þ Die Dornenkrone: Symbol für alle entwürdigende Gewalt – von den Kriegsgebieten dieser Erde über die Flüchtlingslager an Europas Grenzen bis zur häuslichen Gewalt meist an Frauen und Kindern.

 

 

Þ Wie heißen meine „Kreuze“, die ich trage – gerade jetzt in dieser Krisenzeit?

Þ Wie gehe ich mit Erfahrungen von Mobbing und Gewalt, von Entwürdigung und Aggression um?

Þ Wem könnte ich jetzt einen guten und stärkenden Gedanken senden?

 

 

Jesus, Weggefährte aller Leidenden!

Ich bete für alle Kinder, Frauen und Männer, die leiden unter Sorgen und Ängsten gerade in dieser Zeit. Besonders denke ich an ……………………. .

Ich bete für alle, die ein schweres Kreuz zu tragen haben.

Ich darf auch für mich selbst bitten in dem, was mich bedrückt.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Du gehst unsere Wege mit! Amen. 

 

 

Freitag, 6. März 2021

2. Station: "Angesicht"

 

„Dann führten die Soldaten Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen.

Am Weg stand Veronica, eine Frau aus seinem Freundeskreis. Als Jesus vorüberging, wischte sie ihm mit einem Tuch Blut und Schweiß aus dem Gesicht.

Und siehe, sie erkannte auf ihrem Tuch sein Antlitz.

 

 

Die Legende der Veronica [Wortschöpfung aus Vera Icona – das wahre Bild]

 

 

 

 

 

 

 

 

 Þ Auf dem Kreuz zeichnet sich schemenhaft ein Gesicht ab.

Þ Durch die barmherzige Tat eines Menschen erhält der Leidende ein Gesicht.

Þ Jesus, in dessen Worten, Taten und Person der unfassbare Gott sich uns zeigt, wird sichtbar als das „wahre Bild“ Gottes.

 

 

Þ Kenne ich eine „aktuelle Veronica“? Einen Mensch, der sich anderen barmherzig und liebevoll zuneigt?

 Þ Welche Leid-Tragenden fallen mir ein? Indem ich an sie denke, erhalten sie jetzt und hier neu Kontur, Gesicht und Namen.

Þ Oft hören wir nur von namenlosen „Vielen“: Zehntausende von Erkrankten, tausende am Corona-Virus Gestorbene, ungezählte ertrunkene Flüchtlinge im Mittelmeer, … Doch jede und jeder von ihnen hat ein Gesicht, einen Namen, eine Geschichte. Jede und jeder von ihnen ist ein einzigartiger Mensch.

Þ Wem kann ich in diesen Tagen ein Gesicht geben, indem ich ihm oder ihr helfe oder einen Gruß sende?

 

 

 

Jesus, Bruder aller Namenlosen!

Ich bete für die vielen Kranken und Gestorbenen in dieser Corona-Pandemie, deren Namen ich nicht kenne.

Ich bete für alle, deren Einsatz in diesen Wochen so viel bedeutet: Kranken- und Altenschwestern und –pfleger, Ärtze undÄrtztinnen, Verkäuferinnen und Verkäufer, ….

Ich bete für alle, die sich wünschen, gesehen und wertgeschätzt zu werden.

Vielleicht möchte auch ich gern mehr gesehen und an-erkannt werden ...

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Du schaust mich an und nimmst mich ernst! Bei Dir ist niemand nur „einer in der Masse“, sondern jede und jeder wertvoll.

Amen. 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 13. März 2021

3. Station: "Absturz"

 

 Geschwächt durch Gefängnis und Folter fällt Jesus dreimal unter dem schweren Kreuz auf seiner Schulter.  

(aus der altkirchlichen Tradition der Kreuzweg-Andacht)

 

Þ Zu Boden gedrückt – am Boden zerstört – vermeintlich am Ende …

Þ Das auferlegte Leid kann nicht mehr geschultert werden.

Þ Keine Kraft mehr für den nächsten Schritt.

 

Þ Wen kenne ich, den Sorgen, Ängste und / oder Krankheit zu Boden drücken?

Þ Wie viele hier auf Borkum lässt das Wegbrechen von Einnahmen straucheln und „zu Boden“ gehen?

Þ Was macht mich „fertig“? Was drückt mich zu Boden?

Þ Wo sind meine „Fallen“, die mich immer wieder am Weitergehen hindern?

 

 

 

Jesus, Bruder aller zu Boden Gedrückten dieser Welt!

Ich bete für alle, die in diesen Wochen nicht mehr weiter wissen und Angst haben vor einer ungewissen Zukunft.

Ich bete für die Ärzte und Krankenschwestern, für die Frauen und Männer im Pflegedienst, für alle, die unsere Versorgung aufrecht erhalten – oft bis an die Grenzen ihrer Kraft.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Du stehst ihnen bei!   

Amen. 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 20. März 2021

4. Station: "Hilfe"

 

 

Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Kyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, zwangen sie, Jesu Kreuz zu tragen.

  (Markus-Evangelium 15,21)

 

 

 

 

Þ Einer trägt die Last des andern mit. Vielleicht nicht freiwillig. Doch dass wir bis heute seinen Namen kennen, zeigt, dass er sich danach zu diesem Jesus bekehrt und bekannt hat, den er auf dessen Kreuzweg begleitet,.

Þ Das Leid wird nicht beseitigt. Doch das Menschenmögliche wird getan.

Þ Simon von Kyrene wird zum Symbol der helfenden Menschen weltweit.

 

 

Þ Welche Menschen kenne ich, die anderen ihre Last tragen helfen?

Þ Wem habe ich schon einmal beigestanden? Wen begleite ich aktuell auf seinem/ihrem Weg?

Þ Auch hier kann ich der unzähligen Helfer und Helferinnen gedenken, die aktuell in Familien und Nachbarschaften, für Obdachlose und Geflüchtete, für Alte, Kranke und Sterbende da sind.

Þ Wo sehne ich mich nach Helfern und Helferinnen in meinem Leben?

 

 

Jesus, Bruder aller stillen Helfer*innen dieser Welt!

Ich bete für alle, die sich im Großen und Kleinen für ihre Mitmenschen einsetzen.

Ich bete für die Mächtigen, die mit ihren Entscheidungen in dieser Krisenzeit über das Schicksal von Millionen Menschen entscheiden.

Ich bete um Hilfe für mich selbst.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Du segnest die Helfenden!   

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 27. März 2021

5. Station: "Tod"

 

 

Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota, das heißt übersetzt: Schädelhöhe. Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht.

Dann kreuzigten sie ihn.

Als die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis über das ganze Land herein - bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Hört, er ruft nach Elija! Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: Lasst, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihn herabnimmt.

Jesus aber schrie mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus.

Da riss der Vorhang im Tempel in zwei Teile von oben bis unten. Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

   (Markus-Evangelium 15, 22-24.33-41)

 

 

 

 

Þ Jesus stirbt nicht an einem Herzinfarkt. Er wird brutal ermordet.

Þ Der sein Leben lang anderen geholfen und beigestanden hat, erfährt keine Gnade.

Þ Doch schrecklicher noch: Sein Gott, den er „lieber Vater“ nannte, sein Gott, mit dem er in Symbiose lebte:   sein Gott – so erlebt er es – hat ihn verlassen.

Þ Der von Nägeln Durchbohrte, der gekreuzigte Jesus: nichts als ein dunkles Mysterium. Ein Ausrufe-Zeichen. Und ein Frage-Zeichen zugleich.

 

 

Þ Wie viele verenden in diesen Wochen allein in überfüllten Krankenhäusern und Pflegeheimen, in die keine Verwandten kommen dürfen?

Þ Wie viele leiden daheim unter Enge, Angst und Gewalt, von denen meist nicht mal die Nachbarn etwas mitbekommen?

Þ Wie viele schreien Jesu Frage jeden Tag im syrischen Idlib, in griechischen Flüchtlingslagern, auf sinkenden Schlauchbooten und in afrikanischen und asiatischen  Slums?

Þ Wie viele sehnen sich nach Hilfe, nach Sinn, nach Gott?

Þ Kenne ich selbst auch diese Frage nach dem Warum, nach Sinn?

 

 

Jesus, Bruder aller aufs Kreuz Gelegten dieser Welt!

Ich bete für die Ausgegrenzten, deren Leben durch Ungerechtigkeit und Unfreiheit geknechtet wird.

Ich bete für alle Sterbenden, besonders für jene ohne Beistand durch liebe Menschen.

Ich bete für mich und alle, die sich nach einem erfahrbaren Sinn in ihrem Leben sehnen.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Dein Tod war nicht vergebens!    Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karfreitag

6. Station: "Totenstille"

 

 

 Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde, ging Josef von Arimathäa, ein vornehmes Mitglied des Hohen Rats, der auch auf das Reich Gottes wartete, zu Pilatus und wagte es, um den Leichnam Jesu zu bitten.

Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes.

Maria aus Magdala aber und Maria, die Mutter des Joses, beobachteten, wohin er gelegt wurde. (Markus-Evangelium 15, 42-43.46-47)

 

 

Þ Was kommt nach dem Tod? – Das Grab. Endstation unseres irdischen Lebens.

Þ Der vor das Grab gewälzte Stein wirkt wie ein endgültiger Schlusspunkt.

Þ Am Karfreitag noch wird Jesus bestattet. Am Tag nach Jesu Tod sind seine Freunde und Angehörigen wie erstarrt. Nicht nur, weil Sabbat ist, der jüdische Ruhetag nach dem Wort der Schöpfungserzählung: „Gott ruhte am siebten Tag.“

Þ Selbst die Heilige Schrift erwähnt diesen Tag mit keinem Wort.   – Totenstille.

 

Þ Am Karsamstag halten Christen inne. Nicht erst in Corona-Zeiten - seit Jahrhunderten bereits wird an diesem Tag kein Gottesdienst gefeiert.

Þ Der Karsamstag ist mehr als ein 24-Stunden-Tag. Er ist ein Symbol, ein Zeichen der Unterbrechung.

Þ Sind nicht unsere Tage aktuell Karsamstage? Stillstand allerorten. Vor die Türen vieler Wohnungen und Häuser, vor das Seniorenhuus und viele Sammelunterkünfte sind „Steine gewälzt“ – Ausgangssperren und Besuchsverbote. Leere Straßen.

Þ Wir schauen wie erstarrt und wissen nicht, wie und wann es weitergehen kann.

Þ Unser aktueller langer Karsamstag kann aber auch mir und Dir Gelegenheit geben zum inneren Innehalten, zum Nachdenken über das, was neben Job und Geld und Alltagsroutine wichtig, ja wesentlich ist.

 

Jesus, Bruder aller Gestorbenen und Erstarrten dieser Welt!

Ich bete für die Toten unserer Tage und für ihre Angehörigen.

Ich bete für alle, die in diesen Tagen keine Verwandten und Freunde besuchen und empfangen dürfen.

Ich bete für unsere Welt in dieser Karsamstags-Zeit. Dass ihr Innehalten und ihr Stillstand zu Nachdenklichkeit und neuem Denken führen.

Ich bete für mich selbst, wenn mich dieser Karsamstag, diese Stille, diese Leere anspricht. Ich horche in mich hinein, was sich da meldet – und vertraue es Dir an.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel hoffe ich: Die Felsen vor unseren Gräbern sind nicht Schlusspunkt, sondern Doppelpunkt – nicht Abbruch, sondern Erwartung!   

Amen.

 

 

Ostern 2021

7. Station: "Aufbruch"

 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.

Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?

Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.

Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat.

Nun aber geht und sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

   (Markus-Evangelium 16, 1-7)

 

 

 

 

 Þ Ostern war noch nie leicht zu verstehen. Noch nicht einmal für die Frauen und Männer aus Jesu engstem Kreis. So erzählten sie von Ostern nicht in Fakten, sondern in Bildern.

Þ „Der erste Tag der Woche“ steht ebenso für den Aufbruch des Neuen wie die „gerade aufgehende Sonne“.

Þ Der weggewälzte Stein ist bis heute noch der Stein, der „mir vom Herzen fällt“.

Þ Der Engel: un-fassbarer Mit-Teiler von Einsichten, die für mich zu groß sind.

Þ Der Engel ist auch Wegweiser: nicht zum Gottesdienst in den Tempel, sondern nach Galiläa, das heißt, zurück zu den Anfängen, in den Alltag. Doch nicht einfach so wie früher. Denn der Todesüberwinder wird dort mit mir sein …

 

 

Þ „Der erste Tag der Woche“ ist der Tag nach dem Sabbat, dem siebten Schöpfungstag, an dem Gott ruhte und die Schöpfung vollendete.

 

Þ In diesen sieben Tage kreist allwöchentlich unser Leben: All-Tag mit seinen schönen und schweren Seiten, mit Weiten und Grenzen. Wir kommen da nicht raus.

 

Þ Ostern ist „der erste Tag einer neuen Woche“, einer anderen Zeitrechnung, auch wenn die Kreise der Zeit sich weiterdrehen. Mit Ostern wird geheimnisvoll erfahrbar: Das Leben ist größer, weiter, tiefer, lebendiger als der All-Tag. Ja, mitten im Alltag ist diese Weite und Freiheit, die selbst der Tod nicht zerdrücken kann.

 

Þ Das Geheimnis von Ostern ist das Geheimnis unseres ganzen Lebens, der ganzen Schöpfung: Da ist mehr drin! Da ist eine Kraft und eine Gnade drin, die nicht messbar und auch nicht verdienbar ist. Diese kreuz-sprengende Kraft nennen wir Christen Gott. An Jesus von Nazaret hat er sie ein-für-allemal gezeigt.

 

Þ Ostern gilt mir und Dir, gilt heute und morgen auch in dieser Zeit mit ihren Sorgen und Ängsten. Mitten im von Viren und Anordnungen, von Zwängen und Abhängigkeiten begrenzten Alltag will und wird das  Leben  aufbrechen.

 

 

 

 

 

 

 

Þ Ostern heißt Aufbruch. Es ist ein Frühlingsfest, wo überall um uns herum das Leben aus Knospen und Erde bricht.

Þ Ich atme diese vom Leben erzählende Luft tief ein. Ich öffne mich der Weite am Strand, in den Dünen, auch in mir selbst.

Þ Ich folge nicht meinen Ängsten, sondern dem Engel meiner Hoffnungen und Träume.

Þ Ich suche den Auferstandenen und das neue Leben in „Galiläa“, also mitten in meinem Alltag.

 

 

 

 

 

 

 

 

Je

 

Jesus, Bruder aller Lebenden!

Ich bete für unsere Welt, die gerade von Ängsten, engen Grenzen und Unsicherheit geprägt ist. Ich bete für alle, die in diesen Tagen Hoffnung und Freude spenden.

Ich bete für unsere Welt, dass aus dieser Karsamstags-Zeit ein euer Anfang gesetzt wird. Kein einfaches Zurück zum Früher, sondern Aufbruch zu neuer Freiheit und Gerechtigkeit.

Ich bete für mich selbst, dass ich das größere Leben in mir selbst erblicken und erfahren kann. Ob ich es Gnade, Gottes Geist oder einfach Leben nenne: Ich möchte es spüren!  Ich möchte mich weiten! Ich möchte frei sein.

Jesus, zwischen Vertrauen und Zweifel ahne ich: Ostern, der Aufbruch zum Leben – das kann auch mir passieren!      

Amen.